Geschichte unseres Vereins

Bild: Die Bronshalle mit Hausmeisterwohnung ab 1963

Der Emder Turnverein blickt mit Respekt auf die Leistung derer zurück, die unseren Verein durch eine bewegte und wechselvolle Geschichte sicher geleitet haben.
Wir sind uns der Tradition unseres Vereins bewusst und arbeiten dabei gegenwartsorientiert mit festem Blick in die Zukunft - so wie es die Generationen im Emder Turnverein vor uns getan haben.

Im Aufruf zur konstituierenden Sitzung des Turnvereins unter seinem Gründer Heiko Boelsen vom 8. August 1861 ist zu lesen:
"Es ist die Aufgabe des Vereins, den Körper gesund und die Seele frisch zu halten".
Eine Aussage, die bis heute Gültigkeit besitzt.

Zu einer Neubelebung der vom Turnvater Friedrich Ludwig Jahn (1778 - 1852) initiierten Turnbewegung kam es, als sich im Juni 1860 in Coburg 1000 Turner zum Turnfest einfanden. Allein in der Zeit zwischen 1861 und 1862 entstanden 1000 Turnvereine, einer von ihnen war der Emder Turnverein von 1861, der sich damals noch als Männer-Turnverein bezeichnete.

Zunächst wurde der Turnbetrieb des ältesten Emder Sportvereins in einem Packhaus an der Westerbutvenne aufgenommen, später dann in einem größeren Holzhaus an der "Großen Brückstraße".

Nach Gründung einer Frauenabteilung im Jahre 1896 wurde der Männer-Turnverein in Emder Turnverein umbenannt. Durch den kontinuierlichen Anstieg seiner Mitgliederzahl stellte sich die Platzfrage erneut.

Bild: Bernhard Brons jr. - Vorsitzender des ETV von 1882 bis 1911 und Stifter des Turn- und Bauplatzes

Ein besonderer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Einweihung der imposanten Turnhalle mit angrenzendem Turnplatz im Jahre 1911; somit wurde auch das Platzproblem endgültig gelöst. Schon damals lag die Anlage "im Herzen der Stadt Emden" - ein Slogan, der vom ETV auch heute zu Recht wieder in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten gestellt wird.

Stifter von Turn- und Bauplatz war ihr damaliger Sprecher (seinerzeit die Bezeichnung des Vorsitzenden) Bernhard Brons jr..

Ein Bombenhagel am 6. Juni 1942 zerstörte diese Halle bis auf ihre Grundmauern. Mit Idealismus und engagiertem Einsatz seiner Mitglieder konnte die Bronshalle unter Führung seines Vorsitzenden Dr. Bernhard Mennen 1953 wieder feierlich eingeweiht werden.

Die Freude über den Neubau währte nicht lang. 1979 sah sich der Vorstand veranlasst, die Bronshalle aufgrund von Sicherheitsbestimmungen stillzulegen und den Turnbetrieb auf acht städtische Hallen auszulagern.

Was für ein Aufwand, um den laufenden Übungsbetrieb zu erhalten!

Nach zähen und langwierigen Verhandlungen mit der Stadt Emden erklärte diese sich letztlich bereit, die Sanierung der Bronshalle mit Zuschüssen zu unterstützen.
Auch jetzt konnte der ETV wieder auf viele fleißige Mitglieder zählen, die unter großem persönlichen Einsatz Renovierungs- und Sanierungsarbeiten an der Halle ausführten und so die Umbaukosten auf ein noch erträgliches Niveau drückten.

Am 15. Juli 1984 konnte die Bronshalle ihren Übungsbetrieb unter ihrem Vorsitzenden Dr. Claas Brons endlich wieder eigenständig aufnehmen. Schon bald zählte der Verein wieder 1600 Mitglieder.

Bild: Kinder und Jugendliche zeigen eine Auswahl der Sportarten, die im ETV angeboten werden (2011)

Im Jahre 2000 erfolgten weitere Anbauten durch die Hallen C und D, die dem Ballettstudio Hedda Bayer und dem Judo-Club Emden e.V. bis heute ein neues Zuhause bieten.

Ein maroder und abgängiger Geräteraum machte 2010 einen erneuten Anbau fällig.

Zeigt der Rückblick doch, dass der ETV trotz der etlichen Widrigkeiten und Rückschläge Herausforderungen und Schwierigkeiten stets überwunden hat. Diese Höhen und Tiefen konnte der Emder Turnverein nur mit Unterstützung seiner emsigen Mitglieder meistern, weil ihnen ihr Emder Turnverein mit seiner Bronshalle am Herzen lag.
Möge das immer so bleiben!

(Quelle von Text und Bildern:
Vorwort der 1. Vorsitzenden Hiltraud Brons
in der Festschrift zum 150-jährigen Bestehen der ETVs im Jahr 2011
Redaktionsteam: Hiltraud Brons, Ute Kürschner, Bette Raveling, Elmar Schmitz)