Geschichte unseres Vereins

Bronshalle

Seit mehr als 100 Jahren
Heimat des Emder Turnvereins

Verfolgt man das Schicksal der Bronshalle, so scheint es ein Spiegelbild unserer Stadtgeschichte zu sein. Höhen und Tiefen, die der ETV mit seiner Bronshalle durchleben musste, zeigen Parallelen zur wirtschaftlichen Entwicklung und politischen Einflüssen der Stadt Emden.

Bild: Turnplatz nach der Einweihung der Bronshalle im Jahr 1911

Die nach Bernhard Brons benannte Bronshalle wurde nach zweiähriger Bauzeit Anfang 1910 fertig gestellt. Seinerzeit galt sie als größte Vereinshalle Niedersachsen.

Bild: Die Bronshalle nach der Zerstörung 1942

1942 wurde der imposante Bau Opfer eines Bombenangriffs; übrig blieb nur noch die Fassade.

Bild: Stiftungsbaustein für den Wiederaufbau der Bronshalle 1954

Nach dem Krieg wurde die Bronshalle mit viel Idealismus, persönlichem Einsatz und Unterstützung der Landesregierung in Hannover, der Stadt Emden, der Emder Wirtschaft und auch mit Hilfe der Emder Bevölkerung wieder aufgebaut, um dann 1953 unter ihrem damaligen 1. Vorsitzenden Dr. med. Bernhard Mennen im Rahmen eines Festaktes eingeweiht zu werden.

Bild: Die Bronshalle mit Hausmeisterwohnung ab 1963

Zehn Jahre später entstand der erste Anbau mit der Hausmeisterwohnung. In dieser Zeit wurde die Halle nicht nur für vereinseigene Zwecke genutzt, sondern sie wurde auch für politische, kulturelle und gesellschaftspolitische Zwecke aller Art zur Verfügung gestellt.

Bild: Die Bronshalle wurde für viele Versammlungen genutzt.

Ein Höhepunkt war der Auftritt des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss. Weitere prominente Gäste waren Politiker wie Willy Brandt, Helmut Schmidt, Ludwig Erhard, Gerhard Schröder, Walter Scheel. Sie alle versuchten ihre politischen Vorstellungen der Emder Bevölkerung näher zu bringen.
Kurz: viele Berühmtheiten aus Politik und Literatur, die in den letzten Jahrzehnten unsere Geschicke gelenkt bzw. geprägt haben, hat die Bronshalle gesehen.

Bild: Die Bronshalle erstrahlt als Festsaal

Besonders geschätzt wurde die Akustik der Bronshalle, so dass sie auch berühmte Orchester, Chöre und Musikensembles zu Gast hatte. Lesungen wurden gehalten und bekannte Künstler des Theaters und Showgeschäfts erfreuten die Emder mit ihren Auftritten in der Halle. Höhepunkte waren Jahr für Jahr große Bälle oder karnevalistische Veranstaltungen, die die Bronshalle dann in einen Vergnügungssaal umwandelten. Unvergessen für alle Emder, die dieser Zeit heute noch ein wenig nachtrauern.

Die laufenden Unterhaltskosten, Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten sorgten dafür, dass man "von der Hand in den Mund" leben musste und so beschloss man 1979 eine vorübergehende Stilllegung der Halle.

1982 gewährten der Landessportbund und der Kreissportbund Zuschüsse. Mit diesen Förderungszusagen kam die Wende und es konnten Verhandlungen mit den politisch Verantwortlichen aufgenommen werden, die mit der Gewährung eines zinslosen Darlehens der Stadt einen Neuanfang möglich machte. Spenden, eigene Mittel und viel Eigenleistung der Mitglieder halfen den Umbau zu finanzieren.
1984 konnte die Halle dann erneut eingeweiht werden.

So lange ruhte aber nicht der Sportbetrieb im Emder Turnverein. Man konnte auf andere Hallen ausweichen oder den heutigen Gesellschaftsraum der Bronshalle "den Kleinen Saal" nutzen.

1998 wurde ein Hallenanbau notwendig, der die Kooperationen mit der "Ballettschule Hedda Bayer" und dem "Judo-Club Emden e.V." ermöglichte.

Im Jubiläumsjahr 2011 konnte der Geräteraum erneuert werden.

Bild: Die Bronshalle des Emder Turnvereins im Jahr 2011

(Quelle von Text und Bildern:
Festschrift zum 150-jährigen Bestehen der ETVs im Jahr 2011
Redaktionsteam: Hiltraud Brons, Ute Kürschner, Bette Raveling, Elmar Schmitz)